Alltag als Makler: Zwischen Traumhaus, Ghosting und Gassirunden mit Mina
Wenn man Menschen fragt, was Immobilienmakler eigentlich den ganzen Tag machen, kommen oft Antworten wie: „Ein bisschen Häuser zeigen, ein paar Fotos machen und beim Notar unterschreiben.“
Schön wär’s.
Tatsächlich beginnt unser Tag meistens zwischen 8 und 9 Uhr im Büro. Der erste Kaffee steht bereit, Mina liegt noch entspannt im Körbchen und wir starten mit E-Mails, Telefonaten und neuen Anfragen.
Das Phänomen Ghosting – leider kein Einzelfall mehr
Eine Entwicklung der letzten Monate beschäftigt uns besonders: das sogenannte Ghosting.
Da kommt beispielsweise eine Anfrage wie:
“Wow, genau diese Wohnung suchen wir schon lange. Bitte melden Sie sich schnellstmöglich. Wir möchten unbedingt einen Besichtigungstermin vereinbaren.”
Natürlich melden wir uns. Oft sogar innerhalb weniger Stunden.
Dann?
Nichts.
Kein Rückruf. Keine Antwort auf die E-Mail. Kein “Hat sich erledigt”. Einfach Funkstille.
Ein paar Tage später versuchen wir es erneut. Wieder nichts.
Liebe Interessenten: Ein einfaches “Vielen Dank, wir haben uns anders entschieden” reicht völlig aus. Niemand ist böse. Im Gegenteil.
Was sich wieder ändern sollte, ist der gegenseitige Respekt für die Arbeit auf der anderen Seite. Kommunikation kostet nur wenige Sekunden und hilft allen Beteiligten enorm.
Gassi mit Mina – oder: Wer hier eigentlich das Sagen hat
Zwischendurch geht es natürlich immer wieder raus mit unserer kleinen Goldendoodle-Dame Mina. Mit ihren fünf Monaten ist sie noch mitten im Welpenalter und entsprechend muss der Tagesablauf manchmal flexibel bleiben.
Manche Termine findet sie spannend. Andere wiederum überhaupt nicht. Da helfen dann auch mal ein paar Leckerlis zur Motivation.
Und wenn die Terrassentür offen steht? Nun ja, dann kann es durchaus vorkommen, dass Frau Hund plötzlich eigene Pläne hat und spontan beschließt, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden.
Auch im Büro sorgt Mina regelmäßig für Unterhaltung. Mal wird ein Blumentopf ausgeräumt, mal verschwindet eine Klopapierrolle auf mysteriöse Weise und wird wenige Minuten später in ihre Einzelteile zerlegt wiedergefunden.
Absolut liebenswertes Chaos eben.
Besonders bemerkenswert ist ihr Timing. Wenn gerade ein wichtiges Telefonat läuft oder eine konzentrierte Besprechung ansteht, kennt Mina keine Rücksicht. Dann wird sehr deutlich kommuniziert, dass jetzt sofort eine Pippi-Pause erforderlich ist.
Auf der anderen Seite schläft sie natürlich auch noch viel. Und wenn Besuch kommt, freut sie sich jedes Mal so überschwänglich, als würden Weihnachten, Fasching und Geburtstag auf einen einzigen Tag fallen.
An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an viele unserer Kunden, Eigentümer und Interessenten. Die meisten nehmen Mina genauso herzlich auf, wie sie jeden Besucher begrüßt. Dass sie uns gelegentlich zu Terminen begleitet, wird oft nicht nur akzeptiert, sondern sorgt sogar für viele nette Gespräche und ein entspanntes Kennenlernen.
Und ganz ehrlich: Ein bisschen gute Laune kann bei einem Immobiliengeschäft selten schaden.
Ein Bewertungstermin dauert keine Stunde – sondern oft einen ganzen Arbeitstag
Viele Eigentümer sind überrascht, wenn sie erfahren, wie viel Arbeit hinter einer fundierten Immobilienbewertung steckt.
Vor Ort verbringen wir je nach Objekt zwischen einer und zwei Stunden. Dabei schauen wir uns vor Ort die Lage an, Zustand, Ausstattung, Modernisierungen und Besonderheiten werden aufgenommen. Mich persönlich interessiert sehr die Geschichte zur Immobilie und Ihre Erinnerungen.
Doch damit beginnt die eigentliche Arbeit erst.
Zurück im Büro werden Unterlagen geprüft, Flächen kontrolliert, Vergleichsobjekte recherchiert und Marktanalysen erstellt.
Mit Anfahrt, Termin, Bewertung, Recherche und Dokumentenprüfung investieren wir für eine professionelle Wertermittlung schnell sechs bis acht Stunden.
Und das oft, bevor überhaupt entschieden wird, ob eine Immobilie verkauft werden soll.
Besichtigungen: Die meisten kommen. Manche leider nicht.
Wenn Besichtigungen anstehen, freuen wir uns auf den Kontakt mit Menschen.
Die meisten Interessenten erscheinen pünktlich und gut vorbereitet. Dafür sind wir sehr dankbar.
Hin und wieder kommt jedoch auch niemand oder sagt 20 Minuten vorher ab. Bei Vermietungen öfters als beim Verkauf.
Was viele nicht sehen: Für eine Besichtigung werden Termine organisiert, Anfahrten geplant und teilweise andere Interessenten verschoben.
Deshalb gilt auch hier: Eine kurze Nachricht reicht völlig aus. Am besten ein Tag vorher.
Eine einzelne Besichtigung dauert je nach Objekt und Gesprächsbedarf zwischen 20 Minuten und einer Stunde.
Bevor eine Immobilie online geht, steckt oft eine ganze Arbeitswoche darin
Viele sehen später nur das Exposé oder das Inserat.
Was vorher passiert, bleibt meist unsichtbar.
Je nach Objekt investieren wir zwischen 16 und 26 Stunden allein in die Vermarktungsvorbereitung.
Dazu gehören:
- Objektaufnahme
- Beschaffung und Prüfung der Unterlagen
- Erstellung des Exposés
- professionelle Fotos
- Videos und Drohnenaufnahmen
- Grundrissaufbereitung
- Visualisierungen
- Marketingplanung
- Erneute Wertermittlung und Recherche
- Vorgemerkte Interessenten werden angeschrieben
- Veröffentlichung auf den Portalen, Website, Social media
Und ja: Unsere Exposé-Texte entstehen tatsächlich noch von Hand. Kein Textgenerator ersetzt die Besonderheiten einer Immobilie oder die Geschichte dahinter.
Verhandeln zwischen zwei Welten
Ein guter Makler arbeitet nicht gegen eine Partei, sondern für eine erfolgreiche Lösung.
Wir vertreten die Interessen unserer Verkäufer, möchten aber gleichzeitig Käufern eine faire und transparente Entscheidungsgrundlage bieten.
Das Ziel ist immer dasselbe:
Am Ende sollen alle Beteiligten mit einem guten Gefühl vom Tisch aufstehen.
30 Besichtigungen? Kommt vor.
Nicht jede Immobilie verkauft sich nach der ersten Besichtigung.
Manche Objekte benötigen zehn Termine.
Manche zwanzig.
Manche sogar dreißig oder mehr.
Und ja, es gibt auch Immobilien, die nicht verkauft werden.
Die Ursache liegt dabei häufig nicht an der Nachfrage, sondern an unrealistischen Preisvorstellungen. Nicht falsch verstehen, der Preis spielt nicht immer die erste Geige und tritt gerne in den Hintergrund bei einem emotionalen Produkt aber nach mehreren Monaten Arbeit, Besichtigungen, Gesprächen und sogar vorhanden Angeboten liegt es am Verkaufspreis. Der Markt kennt ihn genau. 😊
Die Realität am Immobilienmarkt
Ein Thema, das viele Eigentümer beschäftigt:
Nicht jede Immobilie hat automatisch an Wert gewonnen.
Besonders Eigentümer, die zwischen 2016 und 2021 gekauft haben und nun wieder verkaufen möchten, müssen teilweise mit Preisabschlägen rechnen.
Vor allem bei Finanzierungen, die in den kommenden Jahren auslaufen und zu deutlich höheren Zinssätzen verlängert werden müssen, könnten einige Eigentümer vor schwierigen Entscheidungen stehen.
Das ist keine Panikmache, sondern schlicht die Realität eines veränderten Marktes.
Netzwerken gehört zum Tagesgeschäft
Zwischendurch tauschen wir uns regelmäßig mit Maklerkollegen aus.
Über Gemeinschaftsgeschäfte, Kaufinteressenten, Marktbewegungen oder neue Vermarktungsstrategien.
Die besten Lösungen entstehen oft nicht allein, sondern im Austausch mit anderen Experten.
Marketing passiert nicht nebenbei
Zweimal pro Woche steht bei uns Marketing auf dem Plan.
Blogartikel wie dieser, Social Media Beiträge, Videos, Webseitenpflege und Suchmaschinenoptimierung gehören längst zum Alltag.
Für viele Objekte produzieren wir zusätzlich Videos oder Reels. Dafür fahren wir erneut zum Objekt, planen Inhalte und nehmen Material auf.
Vermietung: Fast genauso viel Arbeit, deutlich weniger Vergütung
Viele glauben, Vermietungen seien schnell erledigt.
Die Realität sieht anders aus.
Von der Objektaufnahme über Besichtigungen, Interessentenprüfung, Vorauswahl, Mietvertragserstellung bis zur Übergabe kommen schnell rund 30 Arbeitsstunden pro Objekt zusammen.
Ob 2-Zimmer-Wohnung oder Einfamilienhaus macht dabei kaum einen Unterschied.
Mietverträge werden bei uns im Büro in Geltendorf geschlossen. Oft erfolgt da auch das Kennenlernen zwischen Mieter und Vermieter und es entstehen tollen Gespräche und viel Vorfreude auf das neue Zuhause.
Und dann?
Dann wird Kaffee getrunken.
Mit Mina gespielt.
Vielleicht noch ein kleines Übergabegeschenk besorgt.
Übrigens: Die Blumen von der Mohnblüte in Geltendorf kommen bei unseren Käufern und Verkäufern besonders gut an – wunderschön gebunden und erstaunlich langlebig.
Weiterbildungen sind ein ganz wichtiges Thema. Unser Geschäft entwickelt sich sehr schnell. Gesetzesänderung, neue Marketingideen, Informationen und Ansätze zu Bewertungen, Datenschutz und und und. Wir bilden uns pro Monat regelmäßig weiter und nehmen hier gezielt einige Stunden in Anspruch für Schulungen.
Feierabend? Meistens irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr.
Viele stellen sich vor, dass mit dem Schließen der Bürotür auch der Arbeitstag endet.
In der Immobilienbranche ist das oft anders.
Die meisten Eigentümer und Kaufinteressenten haben selbst einen normalen Arbeitstag. Deshalb finden viele Telefonate, Besichtigungen und Abstimmungen erst am späten Nachmittag oder frühen Abend statt. Ein typischer Arbeitstag endet daher häufig erst zwischen 18 und 19 Uhr – manchmal auch später.
Und ehrlich gesagt: Ganz klassisch von Montag bis Freitag läuft es ebenfalls selten.
Besichtigungen am Samstag gehören zum Alltag. Auch sonntags klingelt gelegentlich das Telefon, weil Interessenten Fragen haben oder Eigentümer kurzfristig etwas besprechen möchten. Selbst an Feiertagen schauen wir regelmäßig nach Anfragen oder beantworten wichtige Nachrichten.
Natürlich nicht rund um die Uhr. Aber Immobilien halten sich leider nicht an Öffnungszeiten.
Wer sein Haus verkaufen oder eine passende Immobilie finden möchte, macht das häufig genau dann, wenn andere Freizeit haben. Deshalb gehören auch Wochenenden und Feiertage ein Stück weit zu unserem Berufsalltag.
Nicht weil wir müssen.
Sondern weil guter Service oft genau dann beginnt, wenn andere bereits Feierabend haben.
Uuunnddd, weil wir es lieben!
Am Ende geht es immer um Menschen
Natürlich koordinieren wir auch Handwerker, organisieren Dienstleister, helfen bei Renovierungsentscheidungen oder begleiten Eigentümer durch Situationen, die oft sehr emotional sind.
Denn hinter jeder Immobilie steckt eine Geschichte.
Eine Familie.
Ein Neuanfang.
Ein Abschied.
Oder der Traum vom ersten Eigenheim.
Genau deshalb lieben wir unseren Beruf.
Der beste Moment ist, wenn ich zum letzten mal die Haustüre zur Übergabe aufsperren darf, die Übergabe erledigt ist und ich die Schlüssel übergeben darf und in die glücklichen Augen der neuen Besitzer oder Mieter blicke. Denn oft liegen hier lange und schwere Wege hinter den suchenden, gerade auch zu Zeiten eines angespannten Mietmarktes, ist man nun doch super glücklich jetzt endlich mit dem Umzug zu beginnen. Lach!